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22.04.2026
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„Es tarat brenna“: NV und LK NÖ starten Initiative zur Brandverhütung in der Landwirtschaft

In Niederösterreich kommt es jährlich zu rund 800 Bränden auf Bauernhöfen – mit Schäden, die sogar höher sind als bei Hagel. Neue Energiesysteme wie PV‑Anlagen oder Batterien erhöhen das Risiko zusätzlich. Mit der Kampagne „Es tarat brenna“ setzen die Niederösterreichische Versicherung, die Landwirtschaftskammer NÖ und der Landesfeuerwehrverband auf praktische Tipps und Bewusstseinsbildung.

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Fotos (v.l.): NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, NV-Generaldirektor Stefan Jauk und Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager © Imre Antal
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Fotos (v.l.): NÖ Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner, NV-Generaldirektor Stefan Jauk und Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager © Imre Antal
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Akku & Co. bringen neue Herausforderungen am Hof:

In ein einprägsames Bild fasst Stefan Jauk, Generaldirektor der NV, die aktuelle Situation: „War es früher der klassische Heustockbrand, der zur Katastrophe geführt hat, ist es heute der Brand, den ein Heuballen-Kran auslöst.“ Der Einzug von Photovoltaik, Akkus und Hochvolt-Systemen in der heimischen Landwirtschaft hat Produktivität gebracht – und Herausforderungen, wie Jauk betont.

Obwohl die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe seit 2005 um rund ein Viertel gesunken ist, passiert nach wie vor jeder dritte Brand in der Landwirtschaft (Quelle: Landesstelle für Brandverhütung NÖ). Für den einzelnen Hof hat sich das Brandrisiko damit verschärft. Und das bei tendenziell steigenden Schadenshöhen, die heute mit jenen von Gewerbebetrieben vergleichbar sind: 188 Mio. Euro an Schäden weist die NÖ Landesstelle für Brandverhütung nur für den Zeitraum von 2019-2024 aus.

Mit der Jahres-Kampagne „Es tarat brenna“ will die NV – gemäß dem gemeinsamen Slogan „Wir bringen`s zusammen – verlass di drauf“ – die Trendwende bewirken. Zusammengebracht hat man dafür vor allem die passenden Partner: Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich ermöglicht den noch breiteren Zugang zu mehr als 70.000 Bäuerinnen und Bauern in Niederösterreich. Der Landesfeuerwehrverband mit seinen rund 1.700 örtlichen Freiwilligen Feuerwehren bringt sich mit Service und Expertise ein. Fünf Themen werden in 2-Monats-Intervallen medial breit kommuniziert. Den Anfang macht „Strom & Spannung“ über die Monate April und Mai.

„Die richtige Initiative zur rechten Zeit“ sieht darin Landwirtschaftskammer Niederösterreich-Präsident Johannes Schmuckenschlager: „Jeder Brand zerstört in einer Stunde, was oft über Generationen aufgebaut wurde. Neben dem Verlust an Substanz und Inventar sind es lange Betriebsunterbrechungen, die bäuerliche Existenzen ernsthaft gefährden.“ Statt weiterer behördlicher Auflagen brauche es genau das, wofür die Kampagne stehe: fundierte und praktisch umsetzbare Empfehlungen für den Betrieb. „Meist reichen kleine Vorkehrungen, um große Katastrophen zu verhindern“, so Schmuckenschlager.

Dass Batterie- und Hochvolt-Systeme nicht nur die Anwender, sondern auch die Feuerwehr vor neue Herausforderungen stellt, unterstreicht Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner: „Diese Systeme brennen nicht unbedingt öfter, aber sie brennen anders.“ Für die Brandbekämpfung bedeutet das nicht nur neue Löschmethoden, sondern auch mit giftigen Gasen und Wiederentzündungen nach Stunden und Tagen umzugehen. Der Appell von Fahrafellner an die Landwirtinnen und Landwirte: „PV-Anlagen immer vom Profi planen und installieren lassen – niemals im ‚Eigenbau‘. Die Systeme regelmäßig warten. Akkus nie auf einer brennbaren Unterlage laden und immer auf Distanz von Brennbarem geschützt gegen Sonneneinstrahlung und Frost lagern.

“ Intensiver Medieneinsatz und die Ganzjahres-Präsenz sollen sicherstellen, dass „Es tarat brenna“ auch auf breiter Front bewusstseinsbildend wirkt. Eine Investition, die NV-Generaldirektor Stefan Jauk als Bekenntnis zur Partnerschaft mit der Landwirtschaft sieht: „Als Versicherer wollen wir dazu beitragen, dass Brände gar nicht erst entstehen. Aber im Falle eines Brandes sollen sich die bäuerlichen Familien sicher fühlen. Denn dann stehen wir verlässlich an ihrer Seite.“
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